Alte Sorten pflanzen und schlafende Äpfel wecken

Seit dem 22. Oktober haben wir eine Streuobstwiese! Sie wird uns in Zukunft hoffentlich reichhaltig Äpfel, Birnen, Pflaumen, Zwetschgen, Kirschen, Walnüsse und Quitten* liefern, die wir zu Tafelobst, Marmelsaden und Säften verarbeitern können. Noch sind aber die Bäumchen zarte Pflanzen, die unserer Hege und Pflege bedürfen. Jutta Ohrem von der LSE mahnt, »dass auf der Fläche aktiv Bodenaufbau in Form von regelmäßigem Grasschnittmulch (Jahr 1-5) und Kuhmist oder abgelagertem Pferdemist (ab Jahr 3) in Form einer Baumscheibe mit 4m Durchmesser für jeden Baum betrieben werden muss. Eine verbindliche Bewässerung (50L pro Baum und Woche, von April bis September) ist unerlässlich..« Denn abgesehen von der klimawandelbedingten Trockenheit der letzen Jahre, ist Schlowe eine Streusandbüchse und das Gras auf der Zeltwiese und auch der Erlenbestand ist selbst schon durstig.

Das Projekt wurde umgesetzt mit Hilfe der Richtlinie zur Förderung der Landschaftspflege im Rahmen des Europäischen Landwirtschaftsfonds zur Entwicklung der ländlichen Räume (ELER) und in Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband Sternberger Endmoränengebiet (LSE) e.V.! Vielen Dank an Jutta Ohrem, die die ELER-Förderung für uns beantragt hat. Und vielen Dank an Mirko Lunau, der uns 11 Bäume in Bio-Qualität mit Wühlmausschutz, Robinierpfosten, Kokos-Anbindung und Stammfraßschutz geliefert und eingepflanzt hat und uns in den nächsten 3 Jahren mit dem Obstbaumsschnitt vertraut machen wird.

Wir legen dann los und hegen und pflegen, damit aus den Winzlingen in den. nächsten 10 Jahren mächtige Hochstämme werden, die den Zeltlagerbetrieb optisch und akustisch etwas vom Dorf abgrenzen und möglichst vielen Bienen Zucker geben!

Terminlich zufällig superpassend, fand am 23. Oktober im Finnhausaal am knisternden Kamin ein Vortrag über Streuobstwiesen und eine fachliche Anleitung zur Erweckung von schlafenden Äpfel und ihre Reinkarnation als alkoholhaltige Obst- und Dessertweine statt. Streuobstwiesenbetreiber Carsten Timm und Apfelwinzer Dieter Wismann aus Warin trugen auf und vor, bei einer von unserer Nachbarin, Freundin und Dörpschafts-Vorsitzenden Johanna Hermann organisierten Veranstaltung des oben schon erwähnten LSE e.V. in Kooperation mit der Dörpschaft Schlowe. Ein interessanter Nachmittag mit einem mal ganz anderen Publikum in unserem sonst von Kinder- und Jugendgruppen bevölkerten Speisesaal.

*Wen es genauer interessiert: Je ein Apfel Holsteiner-Cox, James Grive, Topaz und Allington Pepping, eine Sommer Eier-Birne und eine Holländische Feigenbirne, eine Zwetschge Hanita und eine Kirkespflaume, eine Moselaner Wallnuss eine Süßkirsche Lucien und eine Konstantinopler Apfelquitte

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