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Veranstaltungen

Workshops, Seminare, Konzerte, Märkte, Feste

  • 7. Dezember

    Die »Insel« vom JKBBS e.V. in Schlowe, vormals »Ferienobjekt ›Hans Francke‹« und nach der Wende »Feriendorf ›Insel der Kormortane‹« ist voller Vergangenheit. Sie ist Symbol einer vergangenen Zeit und eines gescheiterten gesellschaftlichen Experiments. Viele Menschen, besonders in Schlowe und in Sachsen, haben intensive Erinnerungen an die 60er bis späten 80er als die VEB BBG Leipzig (Kombinat für Landwirtschaftsgeräte, z.B. Pflüge) hier eine Betriebsferienstätte unterhielt und in den Sommermonaten Hunderte von Kindern aus Leipzig an den Kleinpritzer See kamen. Denn mit ihnen kamen auch die Kinder und Jugendlichen aus der Umgebung um mit den Feriengästen zu baden, sich zu verlieben, sich ein Eis zu kaufen, Tischtennis zu spielen etc. Von dieser Hochzeit, die mit der Wende endete, zeugen nicht nur die Erinnerungen oder die Architektur und Ästhetik, sondern auch zahllose (!) Gegenstände des täglichen Gebrauchs, u.a. Geschirr und Gläser, Strohhalme, Desinfektionsmittel, Geräte, Kleidung, Möbel und Bettwäsche, z.T. orginialverpackt mit EVP-Schild, die wir beim Aufräumen gefunden haben.

     Am 7. Dezember wird es die Möglichkeit geben, diese Fundstücke  im realsozialistischen Ambiente des Finnhauses, sortiert präsentiert, anzuschauen und zum Mindest- oder Solipreis zu kaufen.
    Zur festlichen Stimmung sorgen  Feuerkörbe im Freien, Kaffee und Kuchen, Gulasch aus dem Hordentopf, Glühwein, Bratwurst und vegane Grillspezialitäten. 

    Die Veranstaltungserlöse helfen dem JKBBS  (Jugend-, Kultur- und Bildungsarbeit in Berlin und Schlowe e.V.) die Zukunft der extrem renovierungsbedürftigen Anlage zu sichern, darum der Titel »Gestern für morgen«. Aber es wird nicht nur Marktwirtschaft geben. Wir möchten uns darüberhinaus bei dieser Gelegenheit als gemeinnütziger Verein vorstellen und unsere Zukunftspläne für die Insel« als Ferienlager, Kulturhaus, Café, Textilwerkstatt und Bildungsstätte präsentieren. »Gestern für Morgen« wird also auch ein Tag der Offenen Tür.

    Programm:

    15.00 Uhr: Eröffnung der Markthalle im Finnhaus // Freies Bestaunen und Kaufen von DDR-Produkten, u.a. Geschirr, Radios, Klopapier und sehr viel mehr!

    15.30 - 19.00 Uhr: »Die Akkordarbeiter« spielen im provisorischen Café eigene Songs und gecoverte Perlen des Liedermachings, der Pop und Rockmusik

    15.30 / 17.30 Uhr: Führungen über das renovierungsbedürftige Gelände

    Kinderprogramm:

    15.00 - 19.00 Uhr: Obergeschoss Finnhaus: Kirschkernkissen aus historischen Stoffen nähen

    18.30 Uhr: Taschenlampenwanderung durch Keller und Gewölbe

  • 7. Dezember

    Beim Benefiz-Markt verkaufen wir zur Finanzierung der »Insel« überzählige DDR-Produkte (und stellen allen Interessierten unsere Visionen für das Gelände vor). Es geht um die Präsentation und Würdigung ostdeutscher Produkte. Um aber nicht dermaßen ins Ostalgische zu verfallen, und dem Ganzen auch in einen politischen Kontext zu stellen, zeigen wir »Gundermann«, den Spielfilm von Andreas Dresen über den gleichnamigen Liedermacher und Braunkohlebaggerfahrer aus Hoyerswerda. Denn das nostalgische Sentiment im Allgemeinen neigt in seiner Eigenschaft als Gefühl zur Verklärung und zur Verdrängung von Ambivalenzen und Widersprüchlichkeiten: D.h. das ostalgische (als nostalgisches) Gefühl, so menschlich und unvermeidlich es ist, stellt nicht die Frage, warum die DDR wurde was sie war, wie wir eine nichtkapitalistische Gesellschaft einrichten könnten, die nicht despotisch würde und in der der Mangel am Dingen nicht dazu führte, dass das Horten von den Waren, die es gerade gibt (davon legt unsere Sammlung von Dingen ein beredtes Zeugnis ab) den Mangel perpetuierte. Die Herrschaft der Nomenklatura der DDR und ihre Überwachungsmechanismen, aber auch die eigentlichen Anliegen der kommunistischen Idee bleiben im Ostalgischen als Nostalgisches unterbelichtet. 

    Diese politischen und vergangenheits- und zukunftsbewältigenden Fragen stellen sich aber beim Schauen von Andresens Spielfilm über die DDR und über Gundermann, der sowohl Oppositioneller als auch Mittäter ist. Wenn der Protagonist im Film während einer Versammlung der SED-Betriebsgruppe über den Kommunismus sagt „Also, wenn's die nicht schon gäbe, wa, die Weltanschauung, dann hätt' ich da auch selber drauf kommen können“, bringt er zum Ausdruck, dass eigentlich keine Doktrin und keine Partei für die Erkenntnis nötig ist, dass es schön wäre in einer Gesellschaft zu leben, in der die ökonomische und politische Herrschaft von Menschen über Menschen abgeschafft wurde und (dadadurch, dass er das während der Parteiversammlung sagt), dass jede (!) Gesellschaft mutige Bürger*innen und demokratischen Widerspruch braucht.

    Der Spielfilm, die Lieder der Gruppe »Die Akkordarbeiter«, aber auch die Führungen über die »Insel« vermögen insofern hoffentlich den Bogen vom Ostalgische ins Utopische zu spannen. Mögen die Verkaufserlöse der Produkte von gestern beim Bau eines kleinen Morgens unterstützen und sich Menschen mit unseren Anliegen solidarisieren können!

    Programm:

    19.00: Gundermann - Der Film (BRD, 2018)
    Auf historischer Leinwand im DDR-Markt-Ambiente des Finnhauses.
    Regie: Andreas Dresen. Mit Alexander Scheer, Anna Unterberger, Bjarne Mädel, Axel Prahl, Peter Sodann u.v.a.

  • 31. Dezember
    Programm:

    Was erwartet uns im Jahr 2020? Zur nächsten Jahreswende werden wir schlauer sein. Derweil essen, tanzen, feiern wir für den Weltfrieden, für uns alle und das Gedeihen der »Insel«!
    Wer feiert mit?  

    Beheiztes Schlafen in Bungalow 26 oder im Finnhaus. 
    Unkostenbeitrag: 15,-. Wir bitten um Voranmeldung: http://jkbbs.de