Der Beginn neuer Jahre ist nicht nur die Zeit für gute Vorsätze, sondern auch die der Jahresrückblicke. Während es Menschen gibt, die häufig dasselbe erzählen, weil in ihrem Leben nicht viel Neues passiert, können wir für uns in Anspruch nehmen, eher mehr erlebt zu haben und zu erleben, als mensch sinnvoll in Worte fassen kann. Was ist signifikant genug für das vergangene Jahr, um in diesen Jahresrückblick Eingang zu finden? Ich lasse mich beim Schreiben treiben - und wir werden sehen, was dabei herauskommt.
Unglaublich. 34 Bungalows und drei große Häuser. Und bisher alles nur mit Strom beheizt!
Ich war bislang nie ein Freund der guten Vorsätze für das neue Jahr. Sie laufen ja immer irgendwie auf Selbstoptimierung und Askese hinaus. Und die Herausforderungen des Lebens stellen sich ja stets kurzfristig und oft unerwartet. So verläuft hier in Schlowe jeder Tag anders, als vorher antizipiert. Andererseits markieren Jahreswechsel, mehr noch Jahrzentewechsel und noch viel mehr Jahrtausendwenden unbestreitbar Zäsuren. Der letzte Jahreswechsel z.B. war der letzte in Berlin und vor Schlowe...
Rechtzeitig zum Fest am 7.12. gab es den Schilderwechsel an der Stichstraße von Schlowe zur »Insel«. Ein bisschen vollmundig ist es schon, denn noch gibt es ja kein Café und keine Textilwerkstatt. Aber wir wollen ja nicht ständig neue Schilder finanzieren müssen. Vielleicht sollten wir noch »im Aufbau« drüberbappen. Vielleicht gibt es ja aber auch nächstes Jahr ein provisorisches Café, wenn wir uns damit nicht die Chance auf Fördermittel verbauen...
Anfang November 2019 hat das Planungsbüro Klein&Wagner, das uns zu unserer Freude durch den gesamten Sanierungsprozess begleiten wird den Bauantrag für unser zukünftiges Wohnhaus und die Textilwerkstatt beim Bauamt in Ludwigslust eingereicht. Aus Gründen des Baurechts wird der Neubau als Betriebsleiterwohnstätte grundbuchlich mit dem Betrieb des Ferienlagers verknüpft.
Punkt drei Uhr strömten die Besucherinnen und Besucher auf die »Insel« und in die Markthalle. »Ach, weißt du noch?« - »Ja, das hatten wir auch!« -»Guck mal: Originalverpacktes DDR-Klopapier. Das war echt hart, aber lange Zeit haben wir noch Zeitungen in Streifen geschnitten.«... Nicht wenige kamen schwer bepackt einige Zeit später wieder hinaus. Steffen Wiechmann unser Marktleiter bewies für einen Sozialisten echtes Verkaufgeschick und erhandelte höchst individuelle Preise. Endverbraucherpreis plus x geteilt durch Konvolutgröße mal Spenderlaune im Quadrat. Oder so ähnlich.
Das Finnhaus hat sich als echtes Win-Haus, um mal einen echt schlechten Kalauer zu bemühen, herausgestellt. Die vorfindliche Ästhetik hat viele neue und alte Freund*innen begeistert: 30 Jahre nach dem Ende der DDR ist das realsozialistische Design generationsübergreifend derzeit wieder angesagt und wir wachsen in unsere Rolle als verantwortungsvolle Erbverwalter hinein. Der in vieler Hinsicht beklagenswerte Reformstau seit der Wende, hat immerhin dazu geführt, dass hier die Zeit stillgestanden hat.
Jedes Jahr am 3. Oktober ist Markttag in Rothen, einem ca. 6km entfernten zur Gemeinde Borkow gehörenden, wirklich schönen Dorf in Backstein-Optik.
Tausende von Handzetteln sind gedruckt und werden rechtzeitig an die Haushalte in der Gemeinde verteilt, Plakate im Amt Sternberger Seenland verbreitet, Anzeigen schaltet. Sabine baut im historischen Essenssaal im Finnhaus schon die Warentische auf. Am Programm wird wird gearbeitet und freiwillige Helfer*innen kündigen ihre Teilnahme an!
Wir hoffen auf sehr viele Besucher*innen am 7.12. auf der »Insel«.
Mit Mitte 50 Neustart in Mecklenburg: Paar plant ein besonderes Ferienlager in Schlowe mit Kulturhaus, Werkstatt und Bildungsstätte
Michael Beitien. Schlowe